Archiv für Oktober 2010

Guess who’s back…

Klar ist, die Aus­ein­an­der­set­zung mit rechts­of­fe­nen bis hin zu neo­na­zis­ti­schen Ent­wick­lun­gen in der Skin­head­sze­ne und den an­de­ren Sub­kul­tu­ren muß wei­ter­hin of­fen­siv ge­führt wer­den! Eine kon­ti­nu­ier­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Thema Grau­zo­ne ist un­se­rer Mei­nung nach die ein­zi­ge Mög­lich­keit gegen ne­ga­ti­ve po­li­ti­sche Ent­wick­lun­gen lang­fris­tig und nach­hal­tig vor­zu­ge­hen. Ab jetzt wer­den wir euch an die­ser Stel­le aber ver­stärkt nur Hin­wei­se auf statt­fin­den­de Nazi- und Grau­zo­nen­kon­zer­te geben. Was Ihr dann vor Ort mit die­sen Hin­wei­sen macht, bleibt euch dann selbst über­las­sen. Da ist mehr Ei­gen­in­itia­ti­ve aus den sub­kul­tu­rel­len Sze­nen her­aus ge­fragt, eben­so wie es uns wich­tig er­scheint, die Aus­ein­an­der­set­zung im Real Life bzw. auf der Stra­ße und den ent­spre­chen­den Ver­an­stal­tun­gen zu su­chen. Take the batt­le back on the streets! Fight the RAC – Fight the na­zi­s­cum!

Alfred E. Kessler

Eigentlich bin ich wirklich kein Freund von witzigen 11Freunde „Bei der Geburt getrennt“ Fotovergleichen. Zu stumpf ist das, was meist dabei herum kommt, zu absehbar die Diskreditierung des Fußballers, zu einfallslos die Vergleiche. Als Sonntag das 0:2 für Stuttgart fiel und aus Verärgerung so langsam wieder Frust erwuchs, taten sich zwei mögliche Umgangsformen auf. 1. Aggressionen gegen vollkommen Unbeteiligte. 2. Humor. Und da keiner sich schöner sinnlos nach nem Flachschuss streckt als unsere Kölner Leihgabe, die eine ordentliche Saison bisher spielt, war folgender Vergleich einfach zwingend notwendig:

Escapado und Antitainment

Beatpunk rezensiert das neue Antitainment-Album. Und das auch ganz gut. Großartig ist der Diss auf Escapado!

Escapado mit angegelten Scheitelfrisuren und gequälten Gesichtern. Professionell schauspielerten sich die Musiker durch ihr Set. Es sollte nach Weltekel aussehen und nach innerer Zerrissenheit klingen. Zwölf Bier auf die zehn Gebote! Die Klischee-Bibel war auch gefühlte zweihundert Jahre nach der subkulturellen Aufklärung kein Märchenbuch. Hier pulsierte der Gottesdienst noch im Viervierteltakt: einmal auf die Knie gehen, zusammenkauern, Hand vors Gesicht, schreien, herumwälzen, Strophe, Refrain, Bridge, »Lass’ mich hier liegen/eingehüllt in Selbstmitleid/Es ist so leicht zu vergessen, wer man ist/Es ist so leicht zu vergessen, wer man war.« Das schreibt man nicht abends zu haus ins kleine Moleskin-Heft. Das singt man fremden Leuten vor. Als würden sich Lassie und Flipper übers beschädigte Leben unterhalten.

Ahlhaus und Kollegen

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Zu Beginn des neuen Semesters steht die Weiterführung unserer Veranstaltungsreihe auf dem Programm. Nachdem wir uns beim letzten Mal der Kritik der Nation und einer spezifischen Deutschlandkritik zugewandt haben, legen wir unseren Fokus dieses Mal auf das deutsche Verbindungswesen. Auch wenn im Vergleich zu Hochburgen wie Heidelberg oder Wien das Verbindungswesen in Hamburg relativ unauffällig daherkommt, ist es nicht nur in Zeiten, in denen sowohl der neue Hamburger Bürgermeister, als auch sein Innensenator zumindest in das Umfeld von schlagenden Verbindungen gehören, geboten, sich mit dieser studentischen Plage auseinanderzusetzen. Es geht uns weniger um ein Notfallprogramm, als ein Erarbeiten, was uns an „Burschis“ unerträglich ist.
Als Expert_innen haben wir uns dieses Mal zwei Autorinnen der Broschüre „Völkische Verbindungen. Beiträge zum deutschnationalen Korporationsunwesen in Österreich“ und eine Aktivistin mit Kenntnis der Hamburger Burschenschaftsszene eingeladen.
Uns geht es nicht um eine Aneinanderreihung von Namen, Personifizierungen und Randalebildern, wie sonst bei diesem Thema typisch. Stattdessen wollen wir mit unseren Referentinnen auf die Grundübel des Verbindungswesens eingehen, uns mit reaktionären Positionen wie Sexismus, Antisemitismus, dem autoritären Charakter der Verbindungsstudenten, der Ausrichtung als Männerbund und dem Lebensbundprinzip beschäftigen.
Wir wollen dabei das Verbindungswesen nicht losgelöst von den postnazistischen Verhältnissen betrachten, sondern vielmehr Gesellschaft und Spezifik gemeinsam diskutieren.
In Vorfreude,

Euer studentisches Milieu, Veranstaltungs-AG der T-Stube

Hinweis: Mitglieder und Anhänger rechtsextremer Parteien und Organisationen, wie NPD, DVU, REP, sog. »Freien Kameradschaften« und Verbindungen, haben keinen Zutritt und sind nach § 6 des VersG von der Veranstaltung ausgeschlossen.


25.10.2010.
Start: 18.00h
Kein Eintritt, Getränke werden vorort angeboten.

Karma oder: Kevin allein im Knast

Zwei Jahre, drei Monate. Problem an der Sache: Musikalisch und menschlich seit eh und jeh zum Kotzen hat Kevin Russell jetzt wieder genug Zeit, autobiographisch über sein Leben hinter Gittern zu sinnieren. Kritik am Konzept Knast hin oder her, mir graust es vor weiteren musikalischen Entgleisungen dieser Matschbirne, wahrscheinlich auch noch produziert von Stephan Weidner. Das ist aber auch so ziemlich das Einzige, was seiner Verurteilung nen bitteren Beigeschmack gibt. Und bitte: Lass dir ne Knastträne stechen!