Archiv für September 2011

In Hamburg sagt man Danke!


Lange bevor er die Mission zweite Liga erfolgreich abschließen konnte, hat der Rautenclub Michael Oenning unnötigerweise und vorschnell den Laufpass gegeben. Seine potentiellen Nachfolger Daum, Pagelsdorf, von Heesen, Hyballa, Funkel und Augenthaler werden sicherlich in der Lage sein, die erfolgreiche Arbeit weiterzuführen.

Trotzdem todtraurig: afterchangeswearemoreorlessthesame.

Ob Berlin-Ost, ob Berlin-West – nieder mit der grünen Pest!

Die Grünen verbinden mit ihren Erziehungsappellen gern den Anspruch, besonders fortschrittlich zu denken. Dabei ist inzwischen das Gegenteil richtig: Nicht die Bejahung von Veränderung ist ihr Ziel, sondern der weitreichende Schutz davor. Wenn sie von Stadt reden, meinen sie den Kiez und seine Bewahrung – vor dem Ausbau der Stadtautobahn, vor zu vielen Touristen, vor der „Luxussanierung“ und natürlich vor allen Großprojekten, wozu schon ein neues Museum oder ein Riesenrad am Bahnhof Zoo gehören. Früher rief man den Hausmeister zur Hilfe, wenn man Ruhe und Ordnung beeinträchtigt sah. Heute wählt man die Grünen, die dann gegen die Störung des Hausfriedens vorgehen.

100. Eintrag – Dat is Duisburg!

Der virtuelle Lorbeerkranz darf ausgepackt werden, im „Elfenbeinturm von Reflektionien“ feiert man sich selbst. Und mit den Spendierhosen an ist es Zeit, auch mal anderen zu helfen. In diesem Fall dem MSV Duisburg und seinem Spieler Burakcan Kunt. Dem ist da nämlich was ganz blödes passiert. Plötzlich, aus heiterem Himmel, und ohne sein Wissen, stand da auf seiner Facebook-Wall am 11. September 2011 „Mohammed Atta Airlines…“. Der Betroffene schwört, dass er das nich war:

Ich garantiere, dass der Eintrag nicht von mir stammt und ohne mein Wissen auf die Seite gestellt worden ist.

Wer war es dann? Etwa die?

Oder er?

Oder ist er der Übeltäter?

Der Rest ist Schweigen.



via

Die Überflüssigen II

So sah das Sonntag aus im Leutzscher Holz:


Ganz so unpolitisch wie noch choreographisch von den „Fans“ der SG Leipzig-Leutzsch vorbereitet wurde es nicht, wie der Spielbericht des Roten Stern Leipzig und die LVZ dokumentieren:

Das Grün-Weiß des Jahres 2011 hat sich farblich in ein tristes Grau bzw. in ein politisches Braun verändert und ist einfach nur ein Hort von Dumpfbacken, intoleranten Hauptschülern und auch offen agierenden Neo-Nazis. Kurz: Heimat des gesellschaftlichen Bodensatzes!

„Schon als wir am Stadion ankamen, riefen uns Fans der SGLL zu: Teutonisch, barbarisch, wir Leutzscher, wir sind arisch. Das setzte sich auch während des Spiels fort“, berichtet Jürgen Kasek.

Über weite Strecken des Spiels waren schwulenfeindliche, rassistische und teilweise auch offen rechtsradikale Verlautbarungen zu hören. „Leutzsch-Deutsch“ im Wechselgesang gehörte ebenso zum Repertoire (@SGLL, Fremdwort für: Programm) wie das „Führer-Lied“ oder ein mehrfaches „Heil“ auf die verbale Ultra-Forderung „Sieg!“.

„Zum Teil gab es da unfassbare Beleidigungen, antikommunistische, und pro-deutsche Sprüche aus dem Publikum, während auf der Gegengeraden die ein oder andere deutliche Armbewegung gezeigt wurde und ähnliche Meinungsäußerungen weder zu übersehen noch zu überhören waren“. Auch als die Partie beendet war, sollte der Unmut mancher SGLL-Anhänger noch nicht enden: „Nach dem Spiel rief mir dann auf dem Parkplatz ein älterer Mann zu, man solle uns alle ausräuchern.“, sagte der Grünen-Politiker.


Monika Lazar ist Anhängerin des Connewitzer Vereins und war am Sonntag mit im Kunze-Sportpark. „Das war gestern in mehreren Hinsichten kein schönes Erlebnis. Neben Gesten aus dem Leutzscher Fanblock, wie dem ‚Kühnengruß’ und rechtsnationalen Kleidungsstücken, sind mir mehrere unangenehme Sprechgesänge in Erinnerung geblieben“, erklärte die Bundestagsabgeordnete. Persönlich habe sie mehrfach „Nur ein Leutzscher ist ein Deutscher“, „Wenn das der Führer wüsst`, was Chemie Leipzig ist, dann wär`er nur in Leutzsch, denn Leutzsch ist deutsch“ sowie „Wir sind frei, sozial und national“ verstanden, sagte Lazar am Montag.

Ebenfalls anwesend als Portugal the man (Hut, schwarzes Shirt, Kinngestrüpp) war Thomas Gerlach.

Der ist übrigens öfter da, beim unpolitischen Verein. Und mitverantwortlich für die oben beschriebene „gute Stimmung“, die SGLL-Guru Jamal Engel erlebt haben will. Jamal Engel weiß generell nicht viel, wie er die LVZ wissen ließ:

„Ich befasse mich nicht mit Politik. Im Spielberichtsbogen steht nichts dergleichen drin, also muss ich mich auch nicht damit befassen.“ Er selbst habe nichts von antisemitischen Gesängen oder Nazi-Parolen am Sonntag im Stadion gehört, sagte Engel, der auch darauf hinwies, dass Extremisten in Leutzsch ohnehin keinen Platz hätten. „Bei uns stehen Linke, Rechte und Menschen aus der Mitte zusammen im Block. Nur Extreme bleiben draußen.“

Dem ist nachweislich nicht so. Und anstatt lieber die Schnauze zu halten legt der selbstbewusste Engel im Bezug auf den Roten Stern noch einen nach:

„Die missbrauchen den Fußball, um Politik zu machen. Ich wurde als Nazi beschimpft, unsere Spieler wurden als Nazis beschimpft, unsere Fans, darunter viele Kinder, wurden auch als Nazis beschimpft“, sagte der SGLL-Sprecher und kündigte am Montag an, dagegen auch möglicherweise rechtlich vorgehen zu wollen.

Auf die Klage bin ich gespannt. Für Menschen, die im Voraus planen sei gesagt, dass am 26.11. die BSG Chemie Leipzig gegen die SG Leipzig-Leutzsch antritt. Könnte ebenfalls spannend werden. Eins steht dabei bezüglich des SGLL-Fascho-Packs schon weit vor Anpfiff fest: