Archiv für Februar 2013

Jammern aus Prinzip

Morgens las der Professor im „Abendblatt“: „Hamburger Polizisten fordern mehr Respekt“, groß auf Seite eins. Immer häufiger würden Polizisten angeschrien und bespuckt, immer öfter müssten sie sich im Einsatz rechtfertigen. Auf Seite zwei barmte der Chefredakteur: „Mehr Anstand, bitte“. Und auf der Acht klagte ein 26 Jahre alter Polizeimeister: Auf dem Kiez gehöre es zum Alltag, beschimpft zu werden. Wie sich das anfühle, habe er in der Ausbildung nicht gelernt. Das lasse ihn nicht kalt.

Der Professor las die drei Artikel. Und ärgerte sich. Er lehrt an der Polizeihochschule in Hamburg und heißt Rafael Behr. Behr meldete sich bei der Journalistin, die über die Polizei geschrieben hatte. Zwei Wochen später erschien ein neuer Artikel, Überschrift: „Hamburger Kriminologe: Die Polizei jammert zu viel“. Das war es, was Behr so geärgert hatte. Das Jammern.

Woran merkt man, dass einer nicht leidet, sondern jammert? Ganz einfach: Man muss es ihm nur auf den Kopf zusagen. Du jammerst! Die Reaktion ist immer die gleiche. Wut. Am selben Tag noch, an dem der neue Artikel in der Zeitung stand, jagten alle drei Polizistenlobbys (zwei von ihnen nennen sich „Gewerkschaften“, als seien Polizisten nicht etwa beamtete, unkündbare Staatsdiener mit Pensionsanspruch, sondern Arbeiter oder Angestellte, die ihre Löhne aushandeln müssen und jederzeit den Job verlieren können) – die Polizistenlobbys also jagten schnurstracks Pressemitteilungen über ihre Verteiler.

via

„Tod allen Arabern“

Doku des Amerikaners Jeremy Schaap über den israelischen Club Beitar Jerusalem und seine rassistischen Fans. Sehenswert!

E:60 „BEITAR JERUSALEM“ ~ JEREMY SCHAAP from Bluefoot Entertainment on Vimeo.

UPDATE:
Zu Risiken und Nebenwirkungen gönnt euch die Diskussion bei Publikative. Unglaublich.

Kommentare

Mal was in eigener Sache. Neu ist das Thema „Kommentare“ auf diesem Blog nicht, ich glaube jedoch bisher versäumt zu haben, eine generelles Statement dazu abzugeben. Die hier erscheinenden Artikel lösen – zum Teil – heftige Reaktionen aus, bei denen ich dann die Wahl habe, eben jene freizuschalten oder eben nicht. Bei einigen Artikeln (der über Nürnberg ist aktueller Anlass, nicht Ursache) nimmt das mit den kontextfreien Beleidigungen gern einmal etwas über Hand, woraufhin sie im Giftschrank dieses Blogs bleiben. Zensur, Zensur! Jaja. Das wird auch weiterhin so praktiziert, ich wollt’s nur mal gesagt haben. Wenn ihr eure Meinung hier lesen wollt, dann reißt euch mal zusammen.

P.S.: Wenn mir Menschen etwas persönlich mitteilen wollen oder mich gar direkt ansprechen, können sie auch gerne ihren Namen hinterlassen. Woher soll ich schließlich wissen, wer hier sonst über was „kotzt“?

So, hier noch was für die Synapsen: Lautern – DYNAMO. Geil.

Für immer „Stadion der Hitlerjugend auf dem Reichsparteitagsgelände“!

Liebe Nürnberger Traditionalisten,

seit Jahren nervt ihr euren Verein, die Medien sowie die Stadtvertreter damit, das Nürnberger Stadion endlich nach dem Rekordtorschützen der Gauliga Nordbayern, Max Morlock, umzubenennen. Eure scheinbare Kreativität treibt dabei immer buntere und vor allem peinlichere Blüten. Angefangen bei diesem „Rap“

über geile Massenevents wie diesem Flash-Mob (die zeitgenössische Armbinde habt ihr bei eurem Max-Morlock-Double leider vergessen)

bis hin zu Transpi-Aktionen mit anderen Kurven

glubb

Auch afterchangeswearemoreorlessthesame ist für Traditionspflege, nur wenn, dann richtig. Daher empfehle ich euch, eine Kampagne für ein „Städtisches Stadion/Stadion der Hitlerjugend auf dem Reichsparteitagsgelände“ zu starten, um der wahren Tradition dieser Konstruktion gerecht zu werden. Falls ihr das nicht tut, haltet bitte die Schnauze.

Quellen: http://yabasta.blogsport.de/ und http://www.faszination-nordkurve.de/