Die beste Zeit des Jahres

Menschen haben unterschiedliche Parameter für ihr persönliches Wohlbefinden: Wetter, Kontostand, Sneaker-Sale, vegan-fitness-pics mit 80 hashtags bei Instagram posten. Mir alles egal. Ende Juni/Anfang Juli überlappen sich hingegen zwei Ereignisse, deren Schnittmenge für drei Wochen ziemlich nahe an den Kommunismus heran reicht: TOUR DE FRANCE und die SOMMERTRANSFERPERIODE. Neben dem täglichen Geschacher um armenische Zidane-Nachfolger, paraguayische Familienmenschen und Teenager aus dem Pott, die sich mit dem Arbeitsgericht herum schlagen müssen, sorgen ebenfalls die Aussagen der Manager/Sportdirektoren/Präsidenten für Erheiterung. Stichwörter: punktuelle Verstärkungen, in der Breite für eine höher Kaderqualität sorgen, sich fürs internationale Geschäft/Abstiegskampf/Mittelfeldgeplänkel rüsten.

Während in der Bundesliga bereits bei einer Summe von fünf Millionen Euro für einen Spieler betreten zu Boden geschaut, maximal noch gehüstelt wird, geht es im internationalen Vergleich in anderen Ligen bunter zu. Nach bisheriger, eigener Zählung wird Manchester City mit 29 Spielern in Verbindung gebracht. Problem: Sie haben bereits 24. Auch vor Chelsea scheint in diesem Sommer kein Stürmer sicher zu sein und Rooney hat kein Bock mehr auf Manchester. Dagegen basteln Braunschweig sowie Augsburg fleißig am Zweitliga-Kader 2014/2015. Die kolportiert Wachablösung im europäischen Fußball nimmt immer konkretere Züge an…

Nebenher feiert in Frankreich die Grande Boucle ihren 110. Geburtstag. Eins vorweg: Diese „Doping-Diskussion“ um den „sauberen Radsport“, der „Vertrauen zurück gewinnen muss“ ödet mich an. Radsportler sind, waren und werden auch in Zukunft immer vollgepumpt mit diversem Zeug sein, was sie am Ende 15 Jahre früher als andere Menschen sterben lässt. Interessanter ist vielmehr, auf welche Dopingstrategien die Fahrer nach den Geständnissen von Armstrong und Co. sowie den bekannten Praktiken heutzutage setzen. Was nervt sind Bullen aus dem Osten, die nach wie vor den Tugendwächter spielen wollen. Dank eines Sturzes wird Tony Martins Geseier sich jedoch bald von selbst erledigen.

Dennoch wird die Tour auch dieses Jahr nicht an die großen Rundfahrten der 2000er heran kommen. In der verblassenden Erinnerung immer noch einer der größten Momente, als Lance Armstrong dachte, ohne einen frischen Beutel die ersten Bergetappen der 2003er-Tour zu überstehen und ihn Jan Ullrich und Alexander Winokurow am Plateau de Bonascre auseinandernahmen.

P.S.: Man kann auch in der Sonne Fernsehen gucken.