Archiv der Kategorie 'Irgendwas ist immer'

Samstag, 28.01., 13 Uhr Hachmannplatz/Hbf

Blinkt zwar rechts und unten schon die ganze Zeit, kann man aber gar nicht oft genug drauf hinweisen:

Weitere Infos, Material und den Aufruf gibt’s hier.

Rettet Nulldrei!

SPENDENKONTO der MBS

Begünstigte(r): Schöfski/Dudzak
Verwendungszweck: Rettung SV Babelsberg
Kto: 1100155836
BLZ: 160 500 00
Bank: MBS Potsdam
IBAN: DE43160500001100155836
BIC-/SWIFT-Code: WELADED1PMB

SPENDENKONTO für Cash-Group-Kunden

Begünstigte(r): Ulrich Wenzel
Verwendungszweck: SV Babelsberg Spendensammelkonto
Kto: 550541788
BLZ: 280 400 46
Bank: Commerzbank Oldenburg

Weitere Infos unter
http://www.babelsberg03.de/main.php
http://filmstadtinferno.de/
http://ultras-babelsberg.info/

Weg mit allen rechten (Hooligan-)Strukturen

In Deutschland laufen Ultras gerne durch die Straßen. Meist an Spieltagen, garniert mit viel pubertärem Gepose hinter dunkelblauen, behelmten Ketten. Manchmal fordern sie auch etwas. Nicht viel, um den unpolitischen Konsens der Kurve nicht zu stören. Aber das bisschen, was sie fordern wird aufgeblasen, als hinge ihre jeweilige Existenz davon ab. Bunt und laut und furchtbar kreativ wurde einst Berlin als Reiseziel angepeilt, die Gruppen schafften es sogar, einmal nicht mit dem Handy in der Hand alle 10 Minuten eine Wemmserei zu suchen (Magdeburg ausgenommen). Doch leider ist das Abbrennen von Bengalen nach wie vor nicht ins Grundgesetz aufgenommen worden und die Bullen sagen immer noch nicht transparent „Sorry“, nachdem sie mit dem Knüppel Leute traktiert haben. Wirklich Schade.

Dabei gibt es so viele bessere Gründe, auf eine Demonstration zu gehen. Zum Beispiel auf die der Ultras Braunschweig am 21. Mai.

So kam es im Laufe der letzten zwei Jahre im Raum Braunschweig zu mehreren Übergriffen durch Nazis. Oftmals traf diese Gewalt gezielt antifaschistische AktivistInnen aus dem Umfeld der Gruppe Ultras Braunschweig (UB). Die Angreifer stammen dabei überwiegend aus dem Hooligan-Spektrum rund um die Fanszene des Vereins Eintracht Braunschweig. Organisierte Nazis sind ein fester Bestandteil in Braunschweiger Hooligan-Strukturen und
auch in einigen Fan-Gruppen wird rechtes Gedankengut propagiert oder zumindest widerspruchslos toleriert.

Mehr zur Demo findet ihr hier.

Frohe Ostern!

Wie sieht’s jetzt in Hamburg aus?

Quäk, quäk, quäk – Thees Ulhmann’s Stimme passt(e) wunderbar zum Hamburger Wahlkampf. Die Hansestadt hat wieder einen konservativen Bürgermeister, diesmal klappte es mit der absoluten Mehrheit. Glückwunsch! 4 Jahre wird der uncharismatischste Haarausfall aller Zeiten jetzt mit seinen Freunden vom Seeheimer Kreis eine Politik „gestalten“, die Blankenese, Altona-Nord, der Schanze und Eimsbüttel nicht allzu weh tut und gleichzeitig ein paar Almosen für Mümmelmannsberg, Billstedt, Horn und Jenfeld übrig lässt. Aber die Studiengebühren sollen ja abgeschafft werden. Und die Elbphilharmonie muss die SPD ja nun leider zu Ende bauen. Und die Elbe wird natürlich vertieft, Stichwort: Wirtschaftsstandort. Der Hamburger möchte ja nun endlich wieder gut regiert werden. Wer sonst keine Probleme hat…
Ich empfehle bezüglich des ganzen Schlamassels den ZEIT-Artikel „Die Heuchel-Hanseaten“.

Die PARTEI scheint mittlerweile auf dem Vormarsch zu sein. Finde ich gut. Was ich auch gut finde:

(via teilnahmebedingungen)
is nich! 11,2% sind immer noch 11,2 zu viel. Beziehungsweise 6,3%.

Hamburg – du kotzt mich an!
Du Dorf – du kotzt mich an!

Ist ja auch bald Mittwoch…

Ups, Thomas Bernhard wäre 80 geworden

Kaum ist eine neue Keksdose angebrochen, sind die Waffeln weg, und übrig bleiben immer diese Marmeladendinger. Eine neue Dose wird aber erst angebrochen, wenn auch die Marmeladendinger aufgegessen sind, die aber niemand von uns gern isst! Und genau so machen wir hier auch Zeitung, und das kotzt mich an!!

Benjamin von Stuckrad-Barre ist mittlerweile bei der Welt untergekommen. Nun ja. Hatte eh lange Zeit nix mehr von ihm gehört, sein letztes Buch fand ich auch eher langweilig. Sein Dramolett zum Geburtstag des österreichischen Schriftstellers ist hingegen ziemlich lesenswert, wenn das Kalkül und der „wie sind wir wieder innovativ“-Gedanke, die zu solchen Veröffentlichungen führen, zur Seite geschoben werden.

Jaja. Der Bernhard hat viel gesagt. Ganz viel hat er gesagt, der Bernhard. Wer kommt mit essen?

„Heute hätten wir auf dem Platz spielen können“, sagte Sportchef Bastian Reinhardt…

„Das kann bei einem Rasenwechsel in Porto, Mailand oder überall passieren, das muss man fairerweise sagen. Für uns ist die Sache erledigt, denn die Aussage der DFL, dass der Rasen nicht bespielbar war, ist klar.“ (Helmut Schulte)

Meine Laune nach diesem Wochenende entspricht den Wetterverhältnissen der letzten Tage in Hamburg – gepisst. Die Gründe dafür sind wieder einmal vielschichtig. Eine Woche zittern, kribbeln, freuen auf den Derbysieg. Freunde hatten sich angekündigt, kamen von richtig weit her und steigen nun in die Flieger zurück, gefrustet, genervt, enttäuscht. Sie wurden um einen tollen Nachmittag betrogen, um einen gemeisamen Marsch zum Stadion, um 90 Minuten hitzige Derbyatmosphäre mit dem anschließenden Sieger FC Sankt Pauli. Stattdessen dürfen sie jetzt vor dem heimischen Fernseher sitzen und mit ihren Leuten vor Ort das Spiel sehen. Zum kotzen. 16.02., 18:30Uhr (wird wahrscheinlich der Nachholtermin), das klingt nach einem Termin für Paderborn gegen Osnabrück aber nicht nach einem passenden Rahmen für das Hamburger Derby.

Bedanken dürfen sie sich bei einem größenwahnsinnigen Vorortclub, der in seinem ehemaligen WM-Stadion nicht in der Lage ist, einen bespielbaren Rasen zu stellen. Die Possen der letzten Wochen innerhalb der Führungsetage dieses Clubs waren an Provinzialität nicht zu überbieten, das abgesagte Spiel reiht sich nahtlos ein in die vor sportlicher und wirtschaftlicher Inkompetenz nur so strotzenden Entscheidungen. Habt ihr schon immer gewusst? Ich auch. Nur dieses letzten Beweises dafür bin ich überdrüssig.

Und was macht der FC St. Pauli? Nichts, außer einen erbärmlichen Kuschelkurs zu fahren. Anstatt vor Scham im Schlamm zu versinken reißen die Rothosen in Person von Häuptling Silberlocke noch die Fresse auf und pöbeln in Richtung des FCSP. Orth? Schulte? Bönig? Lassen sich das alles so gefallen. Ich wünsche mir eine selbstbewusste Außendarstellung des Vereins, der ansonsten bei jeder Gelegenheit den „Rebel’s Choice Club“ bis auf die Knochen ausschlachtet/vermarktet und gleichzeitig keinerlei Druck von außen stand hält!

Und da wären wir gleich beim nächsten Punkt: Der Umgang seitens des Vereins mit der Polizei. Nachdem Hamburg am Samstagabend von den heftigsten Bauernaufständen seit 1524 heimgesucht wurde, drängt die Vereinsführung des FCSP auf Antworten. Nur leider bei den falschen Stellen. Ich brauche kein „Ach wie schlimm Gewinsel“ von Bernd Hoffmann, nur weil die seinem Drecksverein zugehörigen Prolls vor ihren Alki-Freunden aus dem Ausland mal wieder den harten Mann spielen mussten. In der heute veröffentlichten Stellungnahme fordert der Präsident des FC die Polizei zwar auf, die Vorfälle vom Samstag aufzuklären, nur was erwartet er sich davon? Interessanter ist doch eher, wieso am frühen Sonntag Abend in einer heldenhaften Aktion seitens der Hamburger Polizei ein paar Holzknüppel lebenslänglich dingfest gemacht wurden und nebenbei zur sozialen Kontakpflege ein paar Adressen die Besitzer wechselten.

„Dass wir nun abends in der Woche spielen müssen, ist von allen so nicht gewollt, denn es bedeutet für alle mehr Arbeit. Aber es wird ein schönes Abendspiel.“ (Stefan Orth)

Worauf sich alle Beteiligten verlassen können…

Ey Alter nä, Wolfsburg und Schalke…

Alltägliche Begrüßungsformen werden häufig recht schlicht gehalten. Vor allem, wenn es eigentlich darum geht, sich aufzuregen. Beim Fußball kann man sich ständig aufregen. Das macht einen Teil seiner Faszination aus. Taktik, Schiri, Versagen des eigenen Teams – irgendwas zu meckern gibt es immer. In diesem Fall ist es das Transferverhalten der Clubs Schalke 04 und VfL Wolfsburg, der meinen Freundeskreis erzürnte (alles keine Fans des S04). Warum eigentlich? Das hat viel mit einem Mann zu tun: Felix Magath. Ich empfehle dem Leser HIER einen Stopp einzulegen, und diesen Artikel der Zeit über den Coach des FC Schalke zu lesen.

Getan? Gut. Weiter im Text. Scheinbar ohne Sinn und Verstand verpflichtet der Coach des S04 Spieler. Gipfel davon: Die Transfers von Angelos Charisteas und Ali Karimi in diesem Winter. Deren sportlicher Wert für Schalke ist in der derzeitigen Situation und mit den Ambitionen, die Schalke hat, höchst zweifelhaft. Aber so vermeintlich schlau ist auch die BILD. Es geht um etwas anderes. Sowohl der derzeitige Verein von Magath als auch der Vorgängerclub kamen diese Saison nicht nur sportlich teilweise heftig unter die Räder, sondern scheinen von einer realistischen Einschätzung der Sachlage meilenweit entfernt.

Das System von Einschüchterung, Disziplin und Druck innerhalb des Kaders scheint ausgedient zu haben. Magath verließ die Wölfe, tätigte über 30 Transfers und gab 55 Millionen Euro aus. Geld, was vom VW-Konzern zur Verfügung gestellt wurde. Als er ging, spielte der VfL in der Liga sowie international eine überschaubare Rolle. Misimovic und Dzeko flüchteten, mit Kjaer und Diego wurden bereits im Sommer sehr teure Transfers getätigt, die sich bis heute nicht so richtig rentieren.

Hoeneß setzte diesen Winter alles daran, die sportlich erfolgreiche Ära fortzusetzen, holte sechs neue Spieler, einer teurer als der andere, da ihn der jetzige Coach McLaren um neues Personal anflehte. Der derzeitige Kader sei nicht gut genug. In diesem Team spielen nach wie vor über zehn Spieler, die bereits Deutscher Meister wurden. Wolfsburgs Shopping-Tour ist ein verzweifelter Hilfeschrei und drückt gleichzeitige Handlungsohnmacht aus. Man muss kein Prophet sein um voraus zu sehen, dass auch in der Rückrunde nicht viel vom VfL zu erwarten ist.

Ähnlich verhält es sich mit Schalke. Das Pokalhalbfinale gegen den FC Bayern wird wohl die letzte Chance für königsblau sein, nächstes Jahr doch noch international zu spielen. Das Derby gegen den BVB am kommenden Wochenende wird zur Nagelprobe für Magath. Es kursierten ob eines möglichen Verkaufs von Jefferson Farfán unter der Woche die wildesten Gerüchte. Schalke sei pleite, bräuchte das Geld aus dem Transfer um die Liquidität bis Saisonende zu garantieren etc. Aus dem Vorstand hört man davon nichts, alle schweigen, inklusive Magath als Personalunion. Das kennt man von ihm, auf Kritik reagiert er äußerst schmallippig, presst die Worte hervor, wendet sich vom Mikro ab, schaut ins Leere.

Die Transferpolitik bei Schalke ähnelt der seiner Wolfsburger Zeit, teilweise werden Spieler ein halbes Jahr nach ihrer Verpflichtung wieder abgegeben oder versauern in der zweiten Mannschaft. Spieler, die in seiner Wahrnehmung gegen ihn sind und offen Kritik äußern werden ebenfalls veräußert, wie Jones oder Rakitic. Handelt er noch im Sinne des Teams? Oder geht es im Wissen des noch lange gültigen Vertrags nur noch um die Person Felix Magath? Darum, sein in der Zeit gut beschriebenes System aus Angst und Einschüchterung mit aller Macht aufrecht erhalten zu wollen und dafür Kaderfüllmasse noch und nöcher zu verpflichten, nur um den Positionsdruck hoch zu halten? Von außen betrachtet ist die Schalker Mannschaft eher geschwächt aus der Wintertransferperiode hervorgegangen, selbst im Sommer verliehene Spieler wie Moravek, Holtby oder Zambrano nehmen individuell eine bessere Entwicklung als Spieler des aktuellen Kaders wie Escudero, Jurado, Uchida, Plestan und Deac zusammen.

Magath ist zwar immer noch im Stande, Talente scheinbar aus dem Hut zu zaubern, doch überdeckt dies seit langer Zeit schon nicht mehr die Mängel im sportlichen Managementbereich. Und dabei muss die Frage erlaubt sein, was Horst Heldt außer Brille tragen und rauchen noch so für Hobbys pflegt. Wenn Magath bleibt steht wieder ein heißer Sommer bevor, der x-te Umbruch mit neuen Kräften. Und falls er geht droht das gleiche Chaos wie in Wolfsburg. Klassische no-win Situation. Zudem wird auch der BVB Meister. Schalke-Fans haben auch schon bessere Tage gesehen.

Wenn der Stimmzettel gesprochen hat, so hat die höchste Instanz gesprochen.


Endlich mal inhaltlicher Wahlkampf, das Kreuz kann beruhigt gesetzt werden am 20. Februar!


Frage in den Raum: Wie lösen wir das Grünen-Problem???

Naja, kommt Zeit, kommt Rat, kommt Attentat.