Archiv der Kategorie 'music was my first love'

Okay, Frei.Wild-Fans, klingt einleuchtend






Mehr davon gibt es auf der Facebook-Seite „Die besten Pro-Frei.Wild Kommentare aller Zeiten“. Gönnt euch!

Der Celtic-Song gefiel mir besser…

Stil vor Talent III

He, she, it – das s muss mit. Jahrelanges Mantra meiner Englischlehrer. In Dresden jedoch scheinen auch die Germanisten gefallen am 19. Buchstaben des Alphabets gefunden zu haben, folgerichtig verwenden die „Kinder der Wende“ es auch heute noch inflationär. Zaunsfahnen. Ein Wort wie in Stein gemeißelt. Und von denen gibt es noch viel mehr. Sinnlos, rausrammeln, orweiten. Müsst ihr sehen „Jungs, okay?“.

Hans Peter Geerdes lud sich ein paar Rauten ein, um im Studio die offizielle (?) Torhymne für die kommende Bundesligasaison einzusingen. „Always Hamburg“. Wird aller Voraussicht nach nicht so häufig laufen. Salonkommunist halt.

Zum Schluss wieder was aus der Kategorie „Geschmackssache“, mir gefällt’s ganz gut.

(via forsythia)

Liebe Liebe Liebe

Here’s to you…

Als Café Morgenland vor nicht all zu langer Zeit in Hamburg gastierten, zitierten sie eine Textpassage von Franz Josef Degenhardt:

Dies‘ Lied ist für Rosemarie,
weil – bei der Kripo, da hat sie
einen einfach nicht wiedererkannt,
einen aus Morgenland.
Der war aus der Bank rausgerannt,
und die Pistole noch in der Hand,
lief auf sie zu, und sie blieb stehn.
Sie hat sein Gesicht gesehn.
Aber wie er jetzt so da stand
zwischen zwei Deutschen und an der Wand
mit diesem schrecklich verlorenen Gesicht,
sagte sie: Der war es nicht.
Rosemarie, bist nur Rentnerin,
und die Belohnung, die ist jetzt hin.
Aber du lachst und weisst, deinen Lohn,
hast du ja schon.

Unweigerlich hatte ich die Melodie im Ohr, die Nostalgie wich heute der Trauer über seinen Tod. „In dieser Epoche haben wir die Schlacht verloren. Aber es geht weiter. Ich hoffe da ganz auf unsere Enkel und Ur-Enkel.“ Er wird sicher ab und zu mal herunter schauen.

One year ago, ein Jahr wie eine Ewigkeit

Vor einem Jahr war ich erkältet, genauso wie heute. Vor einem Jahr hustete ich vor mich hin, schwänzte die Uni, bekam tagelang keinen Ton raus. Es regnete, in Hamburg als auch in Fürth. Vermessen, jetzt die Stunden abzuzählen, die ich am Stück wach war, hoher zweistelliger Bereich würde ich mal tippen. In der Retrospektive verschwimmt immer so viel. Mittlerweile rennen sie wieder in Rostock und in Braunschweig über den Rasen, in Augsburg und Berlin. Es ist so ungerecht.

Vor einem Jahr kombinierten wir uns durch die Strafräume, erfroren fast in Paderborn; Bielefeld war einer der Aufstiegsaspiranten und Deniz Naki interessierte sich für Fußball. Kleiner Vogel, flieg nicht zu hoch, im Prinzip begann die ganze Scheisse ab Mitte August. Hoffnung, Resignation, Demütigung ab März. Seht, wo wir gelandet sind.

Aber an diesem einem Tag, vor mehr als einem Jahr, da, ja da passte alles. Mehr ging nicht. Solche Tage kriegst du nicht im Abo, darauf arbeitet man irgendwie hin. Querverweis Derbysieg. Und wenn sie vorbei sind, die Musik verklingt und sich die Frage nach dem „warum-nicht-immer-so“ stellt, ist die einzig richtige wie konsequente Antwort: As tears go by.

Teams zerbrechen, Trainer gehen – nur die Bilder bleiben bestehen:

Hamburg ist braun-weiß

All die Eindrücke, all die Szenen, die seit gestern Abend Achterbahn vor dem inneren Auge fahren, können nicht schriftlich festgehalten werden. Mutig sind die, die es probieren und ich verweise an dieser Stelle gerne auf sie, ich lasse weiterhin alles wirken und klicke mich durch Videos, Bilder, Facebook und natürlich das Rauten-Forum.


(„Ich liebe den Verein. Ich liebe ihn wirklich. Das kommt zu 100 Prozent aus meinem Herzen.“)





Es ist alles gesagt.

Ist ja auch bald Mittwoch…

„Ich gehe nicht zu Altona. Was soll ich da? Und was soll das: Altona 93 als Gegenprojekt aufbauen? Was ist das für ein Scheiß, Alter?“

Dirk Jora und der FC Sankt Pauli – eine Liebesgeschichte mit Anlaufschwierigkeiten. Dicken stand ziemlich lange in der falschen Kurve, fand dank der Faschos dort den Weg ans Millerntor und ging nie wieder. Alles schon tausendmal gelesen? Weiß Dirk selber. Trotzdem ist es zwei Tage vor dem Hamburger Derby angenehmer, solch ein interview zu lesen als die Aussagen von Schulte oder instrumentalisierten Spielern, die bescheuerte Wette abschließen und die ganze Zeit das ewige Mantra „bloß keine Gewalt“ wiederholen. Auszüge des Interviews:

Heute sagen HSV-Fans häufig: »Hättet ihr doch was gemacht!« Warum habt ihr euch nicht gewehrt?

Dirk Jora: In der hundertsten Ausgabe vom »Übersteiger« (Fanzine des FC St. Pauli, d. Red.) durften auch Leute vom HSV zu Wort kommen, zum Beispiel die Ultragruppe Chosen Few. Und die pissten mich in ihrem Text genau mit diesem Satz an: »Hättet ihr damals…«. Nee, hätten wir nicht! Wenn der common sense in einem 50.000er Stadion rechts bis rechts-außen ist, was willst du da mit 30 Leuten machen? Da kriegst du richtig auf die Fresse. Natürlich haben wir es versucht, doch haben dann gemerkt, dass wir nicht nur die 50.000 Leute gegen uns haben, sondern auch die Vereinsführung, die überhaupt nichts hören und nichts sehen wollte.

Es heißt immer wieder: Einen Verein kannst du nicht wechseln. Trotz dem Frust beim HSV: Wie schwer fiel es dir Anfang der achtziger Jahre, dich emotional komplett zu lösen?

Dirk Jora: Es gibt heute noch viele Leute, die sagen: »Mensch Dirk, jetzt sei doch mal ehrlich: Du schaust doch immer noch nach dem HSV!« Ja, ich bin ehrlich, ich bin so abgeheilt, ich bin so braun-weiß wie man nur braun-weiß sein kann. Und das schon seit 25 Jahren. Es war ja auch nicht nur die Nazischeiße in der Kurve, es waren auch die Spieler, der Klub, dieses elitäre Gehabe. Da hast du sogar einen schwarzen Spieler in der Mannschaft, Jimmy Hartwig, und der macht Werbung für die CDU.

Viele Fans des HSV oder FC St. Pauli gehen in Hamburg zu Altona 93. Der Klub ist ihre Alternative zum Event des Profifußballs. Wie sieht es bei dir aus: Ist Altona auch für dich eine Option?

Dirk Jora: Ich gehe nicht zu Altona. Was soll ich da? Und was soll das: Altona 93 als Gegenprojekt aufbauen? Was ist das für ein Scheiß, Alter? Jedesmal wenn sie aufsteigen können, ziehen sie wieder zurück. Das ist doch alles Quatsch. Sowieso: Dieses ganze Gelaber von wegen »St. Pauli ist nicht mehr St. Pauli«. Meine Fresse! Da kannste auch sagen »Slime ist nicht mehr Slime « und »Punk ist nicht mehr Punk«.

Für dich ist die Kommerzialisierung eine Entwicklung, die nicht an Vereinen oder Bewegungen vorbei gehen kann?

Dirk Jora: Ich muss letztlich auch sagen: Ich bin Fußballfan und kein Pauli-Fan, ich hasse Pauli-Fans, denn Pauli-Fans ist es scheißegal, in welcher Liga ihr Klub spielt. Ich bin aber Fußballfan und Fan des FC St. Pauli, und ich will meinen Verein erfolgreich spielen sehen. Ich will einmal diese Gurkentruppe von Celtic Glasgow, meinen zweiten Verein, im Europapokal raushauen und dabei beide Spiele gewinnen.

Gurkentruppe? Du bist doch auch Celtic-Fan…

Dirk Jora: Digger, ich bin mit Celtic in 16 Ländern und in 26 Städten gewesen. Litauen, Helsinki, ich war überall, ich war in Sevilla beim Uefa-Pokal-Finale, natürlich ohne Ticket, aber mit 80.000 Leuten in der Stadt, die alle keine Karte hatten. Ich bin seit 20 Jahren Celtic-Fan. Celtic hat für mich beinahe denselben Stellenwert wie St. Pauli. Doch seit drei Jahren bricht Celtic mir das Herz. Was für eine furchtbare Gurkentruppe! Momentan verlieren die gegen Mannschaften, die in Deutschland sogar vom FC Ingolstadt auf die Fresse bekommen würden.

Rest gibt es hier.


Alles und Nichts

Bereit für Musik, die wirklich eklig klingt? Ich meine so richtig schlimm? Haltet noch kurz inne:
Afterchangeswearemoreorlessthesame meckert sich schon mal für’s Derby ein.
„Mein HSV“ heißt der neue Track der Sängers GANO, der zur Szene des HSV passt wie der Arsch auf den berühmten Eimer. Sneaker zu bedruckten Jeans, weißes Hemd mit schwarzem Mantel drüber und als Krönung diese Frisur…Oder alternativ ein Player-Lederjäckchen im Studio samt Goldkette (erinnert mich von der Deko übrigens schwer an das Zlatko-Video damals im Big Brother-Container). Alles sein wollen, nichts darstellen – HSV.
Optisch schon eine absolute Granate sind sein Gewimmere über den Rautenclub (dieser Text!) sowie die bemitleidenswerten Komparsen der Gipfel der Geschmacklosigkeit. Als Krönung dürfen ihn die Frauen auf der Tribüne auch noch anschmachten – Schmerzensgeld bitte! Es gibt weit mehr als 100 Songs über den FCSP (80% Folk-Ska-Punk), worunter sich auch ganz schön viele Stücke tummeln, die nach fünf Sekunden bereits SKIP schreien. Auch alte ran-Sampler befinden sich in meinem CD-Regal. Aber keines der Lieder mit Bezug zum Fußball hat in mir einen solchen Ekel hervorgerufen wie das, was jetzt kommt. Bühne frei für den R-Kelly aus Pinneberg:

Gazzetta war nen Tick schneller