Archiv der Kategorie 'Was willste machen, schießen darfste nicht'

Die zwei Gesichter des HSV

Sky-Berichte über Ultras – erster Gedanke: hm. Ich lass mich aber gerne positiv überraschen. Und tatsächlich kommt auch was Gutes dabei herum:

http://www.sky.de/web/cms/de/videos-bundesliga.jsp?bctid=2235701116001

Sexistische Sprüche wie „Fotze“ oder „Mädchen“ hat der HSV in seiner Idiotenkurve garantiert nicht exklusiv gepachtet, es ist dennoch immer wieder aufs Neue verwunderlich, wie sich das Bild bestätigt. Denn die Rauten haben bekanntlich zwei Fanszenen-Galionsfiguren, die gerne für die komplette Ultra-Szene Deutschlands sprechen: Herpes-Liebnau und den Dicken, der immer auf reflektiert macht. Was Letzterer so in seiner Freizeit macht, wenn er nicht gerade 12 Minuten und 12 Sekunden die Fresse hält? Das hier:

Mittags war die U2 zwischen den Stationen Mümmelmannsberg und Schlump wegen einer Weichenstörung rund eine Stunde lang gesperrt. Die Bahn reagierte – und richtete einen „Ersatzverkehr mit Busen“ ein.
Bevor BILD-Leser-Reporter und PR-Berater Philipp Markhardt (33) sich zu den avisierten „Busen“ begab, schickte er noch schnell ein Erinnerungsfoto an 1414@bild.de.

Katidis

Giorgos Katidis, (ehemaliger) Spieler von AEK Athen, genießt seit seinem Hitlergruß am vergangenen Wochenden auch in Deutschland eine erhöhte mediale Aufmerksamkeit. Wieder und wieder findet man im Netz den Spieler mit dem ausgestreckten Arm, der SPIEGEL bringt es sogar fertig, mit einem einzigen Foto eine Galerie zu erstellen, die heimliche Begeisterung scheint in den Hamburger Redaktionsräumen groß zu sein…

Neben Katidis‘ lächerlichen Entschuldigungsversuchen, er sei kein Faschist, setzte der deutsche Trainer von AEK, Ewald Lienen, dem ganzen noch die Krone auf:

Er hat diesen Gruß vielleicht im Internet gesehen, ohne zu wissen, was er bedeutet. (…) Unser Verein hat einen antifaschistischen Hintergrund, unsere Fans gehen vollkommen auf die Barrikaden. Unsere Hauptfangruppe ‚The Originals‘ ist antifaschistisch, die flippen völlig aus. Das ist eine Lebenseinstellung, eine Gesinnung.

Mit „The Originals“ meint der umnachtete, hilflos beschwichtigende Lienen ORIGINAL21. Deren bisherige, schriftliche Reaktion ist bemerkenswert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass den Worten auch Taten folgen werden:

Dass du nur ein unreifer, lächerlicher Schönling mit vielen Bildern auf dem Körper bist, da konnten wir noch ein Auge zudrücken und haben es dir mit gutem Willen vergeben.

Dass du Nazi-Grüße machst, du niederträchtiger Nichtsnutz, wird jedoch in keinem Fall vergeben!

Unsere Vorfahren drehen sich im Grab um, und unsere eigene Geschichte, die Geschichte der Vertreibung und unsere antifaschistischen Werte, du hast sie verraten.

Du taugst weder als Spieler noch als Mensch etwas.
Du bist unerwünscht und ein Gesuchter für uns.
Weder dein Bedauern noch deine Rechtfertigungen überzeugen uns.
Alle, die vor dir auf diese Art gegrüßt haben, hatten ebenso „Rechtfertigungen“. Die Geschichte vergisst sie nicht!

Wir, die große Familie von AEK, der Vertreibug und der menschlichen Werte, werden niemals vergessen!

Verantwortliche! Dieser Junge gehört von jetzt an nicht mehr zu AEK!
Verantwortungslosigkeit wird nicht verziehen. Macht euren Standpunkt jetzt klar!

PS: Wirklich? Hast du es aufgrund deiner Dummheit getan? Oder hat dich jemand geleitet?
Wie auch immer und an jeden Adressaten in aller Deutlichkeit: Bei AEK haben Faschisten keinen Platz!
Kriegt das in eure leeren Schädel rein!

PS2: Dieses Thema betrifft die Familie von AEK und wir wissen selbst, wie wir es lösen. Daher können uns alle Politiker und Besserwisser mit ihren tollen Vorschlägen in Ruhe lassen. Wir benötigen sie nicht.

UPDATE: Bezüglich der Person Lienen nehme ich das umnachtet zurück, da er sich entgegen der landesweit kolportierten Meldungen viel differenzierter und ablehnender geäußert hat, als zunächst berichtet.

Okay, Frei.Wild-Fans, klingt einleuchtend






Mehr davon gibt es auf der Facebook-Seite „Die besten Pro-Frei.Wild Kommentare aller Zeiten“. Gönnt euch!

„Das ist das wahre Deutschland, der Antisemitismus.“

Reden wir über eine andere Plage: Sind Radfahrer in Deutschland schlimmer als die in anderen Ländern?

Deutsche Radfahrer, besonders die in Hamburg, sind militant, militärisch. Man sollte sie nach Gaza schicken.

Sind es Nazis?

Sie benehmen sich ein klein wenig wie Nazis. Es ist lächerlich. Ich gehe auf dem Gehweg, mit zwei Koffern. Sie kommen und klingeln wie verrückt. »Fahr für eine Sekunde auf der Straße, du Schmock«, rufe ich. Nein, das machen sie nicht: »Mein Recht, das ist mein Recht!« Aber einmal habe ich sie gekriegt, auf einem Gehweg, wo man nicht mit dem Fahrrad fahren durfte. Da kamen sie wieder an und klingelten. Da habe ich gesagt: »Moment mal, das ist illegal, was Sie hier tun. Haben Sie das Schild nicht gesehen?« Da waren sie dann total angepisst (lacht).

Das ganze Interview mit Tuvia Tenenbom ist bei Lizas Welt zu finden.

Jammern aus Prinzip

Morgens las der Professor im „Abendblatt“: „Hamburger Polizisten fordern mehr Respekt“, groß auf Seite eins. Immer häufiger würden Polizisten angeschrien und bespuckt, immer öfter müssten sie sich im Einsatz rechtfertigen. Auf Seite zwei barmte der Chefredakteur: „Mehr Anstand, bitte“. Und auf der Acht klagte ein 26 Jahre alter Polizeimeister: Auf dem Kiez gehöre es zum Alltag, beschimpft zu werden. Wie sich das anfühle, habe er in der Ausbildung nicht gelernt. Das lasse ihn nicht kalt.

Der Professor las die drei Artikel. Und ärgerte sich. Er lehrt an der Polizeihochschule in Hamburg und heißt Rafael Behr. Behr meldete sich bei der Journalistin, die über die Polizei geschrieben hatte. Zwei Wochen später erschien ein neuer Artikel, Überschrift: „Hamburger Kriminologe: Die Polizei jammert zu viel“. Das war es, was Behr so geärgert hatte. Das Jammern.

Woran merkt man, dass einer nicht leidet, sondern jammert? Ganz einfach: Man muss es ihm nur auf den Kopf zusagen. Du jammerst! Die Reaktion ist immer die gleiche. Wut. Am selben Tag noch, an dem der neue Artikel in der Zeitung stand, jagten alle drei Polizistenlobbys (zwei von ihnen nennen sich „Gewerkschaften“, als seien Polizisten nicht etwa beamtete, unkündbare Staatsdiener mit Pensionsanspruch, sondern Arbeiter oder Angestellte, die ihre Löhne aushandeln müssen und jederzeit den Job verlieren können) – die Polizistenlobbys also jagten schnurstracks Pressemitteilungen über ihre Verteiler.

via

Kommentare

Mal was in eigener Sache. Neu ist das Thema „Kommentare“ auf diesem Blog nicht, ich glaube jedoch bisher versäumt zu haben, eine generelles Statement dazu abzugeben. Die hier erscheinenden Artikel lösen – zum Teil – heftige Reaktionen aus, bei denen ich dann die Wahl habe, eben jene freizuschalten oder eben nicht. Bei einigen Artikeln (der über Nürnberg ist aktueller Anlass, nicht Ursache) nimmt das mit den kontextfreien Beleidigungen gern einmal etwas über Hand, woraufhin sie im Giftschrank dieses Blogs bleiben. Zensur, Zensur! Jaja. Das wird auch weiterhin so praktiziert, ich wollt’s nur mal gesagt haben. Wenn ihr eure Meinung hier lesen wollt, dann reißt euch mal zusammen.

P.S.: Wenn mir Menschen etwas persönlich mitteilen wollen oder mich gar direkt ansprechen, können sie auch gerne ihren Namen hinterlassen. Woher soll ich schließlich wissen, wer hier sonst über was „kotzt“?

So, hier noch was für die Synapsen: Lautern – DYNAMO. Geil.

Für immer „Stadion der Hitlerjugend auf dem Reichsparteitagsgelände“!

Liebe Nürnberger Traditionalisten,

seit Jahren nervt ihr euren Verein, die Medien sowie die Stadtvertreter damit, das Nürnberger Stadion endlich nach dem Rekordtorschützen der Gauliga Nordbayern, Max Morlock, umzubenennen. Eure scheinbare Kreativität treibt dabei immer buntere und vor allem peinlichere Blüten. Angefangen bei diesem „Rap“

über geile Massenevents wie diesem Flash-Mob (die zeitgenössische Armbinde habt ihr bei eurem Max-Morlock-Double leider vergessen)

bis hin zu Transpi-Aktionen mit anderen Kurven

glubb

Auch afterchangeswearemoreorlessthesame ist für Traditionspflege, nur wenn, dann richtig. Daher empfehle ich euch, eine Kampagne für ein „Städtisches Stadion/Stadion der Hitlerjugend auf dem Reichsparteitagsgelände“ zu starten, um der wahren Tradition dieser Konstruktion gerecht zu werden. Falls ihr das nicht tut, haltet bitte die Schnauze.

Quellen: http://yabasta.blogsport.de/ und http://www.faszination-nordkurve.de/

Komm, mach dicht den Laden!

Cicero Intelleli-Ranking 2012:

Platz 1: Günther Grass
Begründung Cicero: “ oft mit treffsicherem Gespür für das Vergessene, Totgeschwiegene“
Begründung acwamolts: Stimmt, vor allem was die eigene SS-Vergangenheit betrifft.

Platz 2: Peter Handke:
Begründung Cicero: „Besonders viel Aufsehen erregte etwa sein fortgesetztes Engagement für Slobodan Milošević.“
Begründung acwamolts: Wichtigster Österreicher seit Hitler.

Platz 3: Martin Walser
Begründung Cicero: „Seine Rede von der „Moralkeule” Auschwitz löste 1998 die sogenannte „Walser-Bubis-Kontroverse” aus und beschäftigte die Feuilletonisten monatelang. (…) Vielleicht hat Walser einfach Angst vor medialer Nichtbeachtung?“
Begründung acwamolts: Vielleicht. Vielleicht aber auch nur antisemitisch genug für die Cicero-Redaktion.

Platz 4: Alice Schwarzer
Begründung Cicero: „Trotzdem – oder gerade deshalb – haben wenige in den letzten 40 Jahren so viel bewegt wie sie, die Galionsfigur des deutschen Feminismus, ob mit Aktionen wie ihrem Protest gegen den Paragrafen 218 oder ihrem Buch „Der kleine Unterschied”. Im Dezember ist sie 70 Jahre alt geworden.“
Begründung acwamolts: Ernsthaft?

Kann die deutsche Welt nicht einfach untergehen?

Das Für und Wider der Protestkultur

Ohnmacht, Pfiffe, Auseinandersetzungen – wer die letzten Tage Revue passieren lässt, dem wird das knirschende Unterholz im Fanlager nicht verborgen geblieben sein. Während es auf Schalke gewohnt handfest zur Sache geht, gab sich das Braunschweiger Assi-Volk nur verbal was auf die Glocke und die Fastnacht-Ultras sind überrascht , dass sie zum Karneval-Image ihres Clubs gehören und gefälligst zu singen haben. Ach ja, die Rauten haben den von ihnen eingeführten Trend wieder torpediert und kein Banner angezündet, Schade.

Was verdeutlicht dieser Protest? Neben dem Riss zwischen „Normalos“ und „aktiven Fans“ wohl viel mehr, welche Welten zwischen unterschiedlichen Fanszenen liegen und wie platt/beachtlich sie mit ihren Aktionen gegen das DFL-Sicherheitspapier agieren. Die Sad Toyz Leverkusen tun sich erneut als Anführer der Bauernrevolution hervor:



Alleine das „Lieber Außen-Ultra…“-Transpi – die Mutter der Dummen arbeitet scheinbar im Bayer-Werk und war in den letzten 16-25 Jahren deutlich zu häufig schwanger.

Überragend gut – Dynamo.

Apropos Dynamo: Auf den Tumblr-Blog von ELBKICKER möchte ich noch einmal gesondert hinweisen. Auch überragend gut.

Nachtrag: Eine ähnliche Bilderstrecke existiert ebenfalls bei Dinge, die da sind. Möge der Hinweis darauf etwas forsch formuliert gewesen sein, weise ich dennoch gerne darauf hin. Rotfront!

Now it’s a party!

Die Mehrzahl der deutschen Proficlubs sagt JA zur DFL. Eine Traumehe. Ist es jetzt vorbei mit dem Spaß an der „Sinnlos-Randale“? Von wegen! Wenn uns italienische Kurven eines gelehrt haben, dann, dass es sich lohnt, zu kämpfen.

Kämpfen’. Das ist es, was wir 40 Jahre lang gemacht haben, gekämpft. Niemals vermieden, eingegrenzt, eingedämmt. Nein. Wir haben gekämpft. Und verloren.

Am Ende kann man wenigstens noch Bücher drüber schreiben. Tragische Verlierergeschichten verkaufen sich besser, als ein Heldenepos. Mir hat es übrigens außerordentlich gut gefallen, dieses „XY-Schalalala“, „Hier regiert XY“, „19XY Schalalala“ nicht volle 90 Minuten ertragen zu müssen. Damit ist es jetzt vorbei. Schade drum. Zum Glück fällt der 13.12. dieses Jahr nicht auf einen Spieltag…

Worauf wir uns einstellen können: Verbal-geficke des DFB, Pyro Pyro Pyro und Dumm&Dümmer in Dauerschleife oder Verbalradikalinskis. Denn erst wenn der letzte Fisch gerodet, der letzte Geld vergiftet, der letzte Fluss gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Stadien nicht sicher kriegt. Oder so ähnlich.